Rauschen

Dröhnend rauscht es in den Ohren.
Nur vage zu erahnen, nur zum Denken auserkoren.
Es nimmt so viel mit, es lässt alles zurück –

Wohin ist es verschwunden,
das ganze, das einzigartige, dieses geheime
Stück vom Glück?

Gefressen von Fragen und Fragen über Fragen,
kaum zu erahnen, was diese in sich vergraben.
Nehmen sie alles davon, bringen die Wirklichkeit –

Im Glauben daran, es hätte doch noch ein
wenig Zeit, ein bisschen mehr wäre da gewesen,
so war es deutlich in diesen zwei
wundervollen Augen zu lesen.

Vertraut und plötzlich doch so fern,
erloschen wie ein leuchtend heller Stern,
Liebe war es, die es verschreckte,
auch wenn so viel Gutes in ihr steckte.

02022020 

Auf der Suche

Verlaufen
auf dem Weg nach
Hause, zu mir zurück.

Immer auf der Suche
liegst in der Ewigkeit wach,
findest doch kein Glück.

Verirrt
durch alle Gärten der Welt,
gewandelt ohne Plan.

Unwissend immer voran,
doch nichts was Dich hält,
ein knappes Stück am Wahnsinn entlang.

Vergessen
jeden Schmerz, jede Träne,
die Du unachtsam vergossen.

Und immer
in unendlicher Liebe Dich wähnend
– jede Liebe endlos genossen.

281219

Es passiert

Es gibt keine Logik. Das wird dir dann klar, wenn die Scheissrealität wieder beginnt zu schwimmen.

Aus jedem Plan wird ein geknüllter Papierball und du wirfst einfach alles über den Haufen, weil du gar nicht anders willst und gar nicht anders kannst.

Die Misere deiner Zeit ist, dass nur die anderen Krisen haben und es dir gut geht. Euch allen.

Du akzeptierst, dass du ein moralisch verwerflich handelnder Mensch bist. Und zum ersten Mal scheint dir Kästner so nah und auch so fern zugleich, denn du tust es ja – das Gute, was für dich wenigstens gut ist.

Der Rest passiert sowieso. Oder auch nicht.

Du bist anders und schwimmst mit dem Strom, in dem alle anders sind und keiner gleich. Und doch will jeder dasselbe und jeder zieht ganz eigennützig seine Schlüsse zum Besten des eigenen Gefühls.

Ihr habt keine Probleme, also erschafft ihr welche. Server down. Abgebrochener Fingernagel. Kein CSI:Miami, weil die Arbeit länger dauert und der Recorder nicht eingestellt war. Die Tragik der Moderne überwindet jede Logik.

Und die Beziehungen, die du führst, werden immer unlogischer. Glück ist eine Farce, weil sich das alles nur in deinem Kopf abspielt. Betrachtest du die zweite Seite der Medaille, geht es dir nicht beschissen. Du hast ein Bett und genug zu fressen, was beschwerst du dich.

Der Rest passiert sowieso. Oder auch nicht.

Und dann sitzt du da, jeden Tag. Jeden Abend. Und fragst dich nicht einmal mehr, wohin es dich geführt hat. Keine Moral und keine Logik. Nur schemenhafte Schatten, von denen, die wir glauben zu sein.

Dann nimmst du deine kleine Maschine und tippst ein paar Worte, machst daraus Zeilen, lässt sie ein paar Minuten zappeln und verweilen. Dann drückst du „Senden“ und schickst sie ab.

Wer sie liest, wird niemals jemand erfahren. Auch der Inhalt bleibt der Welt verborgen.

Ich verrate es. Na angeschaut habe ich dich. Wusste nicht wie reagieren im ersten Moment. Ich mag deine Küsse.

Phrasen und Worte, tickerticker und ein Aufleuchten. Von kleinen Ioden und von Augen. Augenblicken. Gedankenfetzen und Erinnerungsstückchen. An einen längst vergessenen Traum.