Im Regen

Wenn die vielen Regentropfen im Wettlauf um die Zeit, mit Wind und Geschwindigkeit, das Gläsern herunterfliessen – als würden sie ihr Dasein ganz hingeben, als würden sie den Fluss als einziges geniessen.

Nie an einem Ort und gleich überall, verschmolzen und kühl, miteinander vereint, das Ganze zum Rinnsal, zum Fluss, zum Meer – ein Ozean an Möglichkeiten.

Wohin werden sie mich leiten?

Verschwommene Lichter, hindurch durch alles Glas. Keine Klarheit, was kommen mag,
und von Tröpfchen, zu Flüssen zu Strömen entlang
– nur um zu wissen, dass ich will, was ich kann.

20200803

ehrlich

Um zu sein, versuche ich die ehrlichste Version von mir selbst mit mir selbst zu sein. Wenn ich das nicht kann, zerspringe ich fast und löse mich gleichzeitig auf, werde von meiner inneren Leere übermannt und spüre, dass ich in meinen Augen nichts mehr lesen kann.

Wenn es wieder soweit ist und mich diese Ohnmacht einholt, dieses ständige Verlangen, jemand anders sein zu wollen und sein zu müssen, damit ich überhaupt irgendjemand bin, dann verlaufe ich mich in meinen Gedanken und bin fast bestürzt über den tiefen Abgrund, den sie erschaffen.

Nicht mal die Dunkelheit, nicht diese unfassbare Schönheit der Nacht kann mich dann retten. Ich verstricke mich und ich falle, tiefer und tiefer, in die Leere des Seins, des Nichtseins, des Ichseins. Und dann sehe ich hinauf und sehe dich, wie du versuchst wieder vollständig zu werden und ich versuche mir dich zum Beispiel zu nehmen. Und spüre, wie du mich heilst.

Es ist wahr, was einmal gesprochen wurde, denn du erhellst meinen Weg, du erhellst mein Gemüt, auch wenn du mich oft nicht zur Ruhe kommen lässt. Ich blicke dich an und sehe doch nicht, was alles dahinter steckt und du offenbarst mir dein Geheimnis nicht vollständig. Nicht ganz. Und ich suche weiter zu lesen, was da verborgen bleibt und taste mich, Stück um Stück, voran.

Und auf der Suche nach deinen Ungereimtheiten, nach deinen Sehnsüchten und Träumen, nach all dem, was dort auf der dunklen Seite liegt, die ich nie sehen kann; irgendwo darin finde ich mich selbst und finde ein immer neues Stück, dass mich zu einem Ganzen formt. Und ich bin dir dankbar, auch wenn du es nicht sehen kannst, nicht verstehen kannst.

Denn du bist dort oben und ich stehe hier, des Nachts an meinem Fenster, blicke hinauf, du schaust hinab und wir sehen uns. Und es braucht kein Wort, es braucht nur diesen Hauch einander zu wissen, einander zu vertrauen. Du hängst dort an diesem samtenen Schwarz und Blau, schimmerst und scheinst und strahlst.

Wenn es dann soweit ist, werden wir es wissen. Wir werden es wohl beide ganz genau verstehen, endlich dann, auch ohne jede kleine Fügung zu begreifen, werden wir vollständig sein und genau darin liegt eigentlich der Sinn. Wie es einst geschrieben stand, Liebe macht’s, dass die Welt sich dreht – und du lässt es zu und hüllst die Nacht in deinen sanften Schein; mein lieber Mond, das könnt für mich fast Liebe schon sein.

030917

Falsch abgebogen

Irgendwo falsch abgebogen. Auf einen Weg geraten, der nicht mehr gerade zu biegen ist. Weitergelaufen, über Strassen und Wege, Wiesen und Deiche, über die Verzweiflung hin zur völligen Selbstzerstörung. Unten angekommen. Wieder aufgestanden, weitergemacht. Nie das Lächeln im Herzen verloren, das aufrechterhält. Nie gefragt, ob der Weg der Richtige ist. Er muss es sein. Irgendwo auf Schiffen gewesen, ein kleines bisschen Welt gesehen. Aus der Luft und im Wasser stehend. Nichts als blauen Himmel gesehen. Und manchmal tiefdunkelblau wie ein seidenes Tuch mit feinen, kleinen Perlen bestickt, in die klare Nacht mit all den Milliarden von Sternen. Manchmal nichts als Dunkelheit – gesehen und gefühlt. Sooft war da nur das Licht des Mondes, der dort oben hing. Und auch er leuchtete den Weg aus; er führte nach Haus. Für Irrungen und Wirrungen, die kamen und gingen. Häufig war da doch ein kleiner Schein am Firmament, der Hoffnungsschimmer auf einen wieder neuen Tag. Und wenn der anbrach, gab es kein zurück. Keine Wiederkehr, kein Nochmalerleben. Mit der Sonne stirbt die letzte Nacht, und alles Neue kommt unweigerlich den Weg entlang. Gehend, stehend – vielleicht sogar flehend schreibt sich der neue Tag in den Körper, in die Seele. Jedes Wort, das erklingt. Jeder Augenaufschlagsmoment, jeder Blick. Nicht zurück. Immer vorwärts, immer voran. Laufend, laufend, laufend, immer Schritt um Schritt. Manche Angst gefühlt. Manche Liebe geträumt. Manche Menschen verhasst, manche Menschen zum Schönsten poliert. Immer den armen Tropf gesucht, immer wieder aufgebaut – neu, von vorn, ganz gleich wie schwer es wog. Am Ende selbst  als ein trauriges Häufchen Elend zurückgeblieben. Schmerz gefühlt. Das einzig wahre Gefühl, auf das alles zurückführt. Verlust und Angst, Sehnsucht und Liebe, Vertrauen und Verlassen – sie führen alle zu ihm. Und er führt den Weg entlang über einige Hürden, einige Winkel und Ecken. Immer mitgegangen, es bleibt keine Zeit zum Verstecken. Ein Nein liegt einfach nicht drin. Oft gehört, oft gefleht; am Boden liegen geblieben. Getreten. Geschrien. Es nützt doch nichts, wieder vergeht die nächste Runde. Das nächste Leben. Das nächste Jahrhundert. Gefühlte Ewigkeit mit jedem Augenaufschlag. Jeder Atemzug so tief und innig. Grauenhaft und grossartig, die kühle Nachtluft eingesogen. Auf abertausende Galaxien geblickt.

Sich in das Universum verliebt.

In die Unendlichkeit.

In die Unmöglichkeit.

Immer und immer.

100717

Nachtduft

Gerade jetzt im Sommer kommt dieses wiederkehrende Gefühl. Es ermannt sich, es überrennt mich. Mit einem tiefen Atemzug und dem Blick in den Nachthimmel zerreisst es mich fast. Ein Junikäfer setzt sich an meinen Fenstersims, als wollte er von der Welt da draussen erzählen. Von dem, vor dem ich mich gekonnt verstecke und verkrieche, in meiner Höhle der Einsamkeit, in meinem wohlbekannten Loch der unerträglichen Leichtigkeit. Mit den Klängen Mahlers zu vergleichen, ein ständig ansteigendes Tönen der Geigen, läuft es mir eiskalt entlang, stellt jedes Härchen einzeln auf und bringt mich in vagen Träumen doch zu dir. Zu dir, wie in jener Nacht, in diesen Nächten, vor all den vielen Jahren, vor all den Jahrtausenden, in denen ich glaube, dich geliebt zu haben. In diesem Leben begegnest du mir, jetzt und immer wieder, wir finden zusammen, mit all der Tragik, all der Unschuld eines längst vergessenen Traums. Gross und weit und sternenklar erstreckst du dich über mir, wie das Universum legst du dich zu Grunde, der Beginn allen Übels und der Träumenden gewisser Morgen. Mit all dem Funkeln und Glitzern, wie das immer neue Anschlagen der Klaviatur zu meinem persönlichen Wohlbefinden, ergänzt du erhaben meinen trotzigen Abend. Erhellend leuchtet der Mond, keine ganze Drehung ist ihm vergönnt, und doch wissen wir, doch sehen wir, er ist dort oben und alles kreist und dreht und wendet sich, wie es das womöglich schon immer getan hat. Über all die vielen Epochen, jede einzelne Ära und die Unglaublichkeiten, in denen meine Seele zu dir blickte und dich verehrte und vergötterte. Meine Seele, mein Menschsein, mein Wunschtraum offenbart sich in dir und deiner überschwänglichen Grösse, dich über mir aufzuspannen, wie ein seidenweicher tiefdunkelblauer Teppich aus Nacht. Deine Kühle lässt einen Schauer über mich hernieder, deine Sanftheit beruhigt mich gleichzeitig. Und keinen Kuss entfernt, berührt der Duft deiner sommerlichen Frische meine Haut und meine Lippen. Ich ergebe mich deiner Stille, deiner Einsamkeit und deiner entsetzlich einfachen Schönheit. Wenn ich durch dich hindurch wandere, ist es wie schweben; es ist wie ein Wandeln im Traum und in der Unwirklichkeit. Und du nimmst mich. Immer wieder, nimmst du mich auf, in deine alles beschützenden Arme. In deine unsägliche Traurigkeit, in deine gnadenlos Tiefe. Und so gehe ich, immer und immer wieder – in die Nacht.

030717

zerrissen

getrieben von allen Müssen und Sollen

gezogen durch all die Pfade, die ich nicht gehen wollte

und du schleppst mich mit, immer weiter voran

 

gefühlt, wie eine Katze an der Leine

gedacht an das Ausreissen und niemals zurück blicken

bis zum Tag

als ich es tat

 

und ging.

 

 

zerrissen bliebst du zurück

zerfurcht bleibt dein Gesicht, dass ich nicht mehr sehen will

und du hüllst dich in deine dich rettenden Gespinste

 

zerfressen war meine Seele, begraben tief drin

zerschlagen habe ich alle fesselnden Ängste und Sorgen

an dem Tag

als ich es tat

 

und ging.

 

160517

Drückende Schwere

Drückende Schwere.

Der Gegensatz zu vorheriger Schwerelosigkeit.

Das Gefühl des tiefen, inneren Zweifels mit sich selbst.

DAS STEHENBLEIBEN.

.

Allein.

Die Welt, die sich in Zeitlupe vor sich herbewegt.

Fragen.

MENSCHEN, DIE SICH IN IHNEN WIEDERFINDEN.

.

Bewegte Bilder, die Stillstand versprechen.

Unaufhaltsam läuft sie davon.

Zeit.

DIE WELT RENNT HINTERHER.

.

Und wieder von vorn.

Der neue Tag.

Das Morgenrot.

120711

Steinern

Ein Stein liegt auf meiner Türschwelle und du hast ihn platziert

damit ich wieder weiss, was ich wert bin und wohin du mich ziehen lässt.

Ich kann es klar sehen und ich fühle den Stein in mir wachsen

ohne einen Groll zu spüren, denn ich bin mit mir im Reinen und kann

klaren Gewissens

ohne Fragerei sagen, was ich fühle und was ich will.

 

Nie konntest du etwas fühlen, was sich ausserhalb deiner eigenen Grenze befand

und so hast du eine dicke, steinerne Wand aufgebaut,

die dich nicht zu dir lässt.

 

Mir ist das egal, ich bin in mir ich geblieben,

so ein Glück, ich bin so froh, dass ich jetzt nochmal ich sein darf

und ich bin so froh, dass du mich endlich gehen lassen hast.

 

Die Gespenster sind verschwunden, sie jagen mich nicht mehr.

Heute kann ich frei atmen und gehen,

und du trauriger Schluck bleibst

mürbe zurück und

glaubst, du bist geheilt.

 

Ich trink jetzt wieder und ich benehme mich daneben

und ich erlebe wieder was und

ich lebe.

 

Du hattest das aufgegeben, du hast das fortgeschmissen

und dann hast du gemeint ich trage alle Schuld.

 

Fick dich doch, hab ich sooft gedacht,

endlos bin ich gerannt und du hast es nicht verstanden.

Das zeigt, in welcher Welt du lebst. Da gibt es ja nur dich.

 

Nicht in meiner. Nie mehr wieder. Nicht zurück.

Und ich atme Neues ganz tief ein.

Ich lebe und ich bin froh, zu sein.

 

 

070417 

Massgeschneidert

In einer klaren Winternacht, da hat sich ihr Weltenbild völlig gedreht und sie hat es allen Ernstes vollbracht, sich selbst so zu verraten, dass ein Schritt zurück keinen Unterschied mehr machte. Eine klare Winternacht vor diesen Jahren und viele Worte, viele Fragen, und eigentlich sprach sie sie nicht für sich und doch brachte sie sie hervor – und sie erklungen in des anderen Ohr. Es schmerzte ihr, es tat so weh, denn niemals verlor sie sich in einem Streit mit ebendiesem, denn mehr als Liebe konnte sie ihm nie antun und nun und nun – nun sprach sie und sie schrie förmlich, etwas, was sie von sich selbst nicht kannte und an sich auch nicht mochte, denn das tat ja nur der Hundsverlochte. Und doch, so stand sie da, wie in einem Wahn und schrie die andere Hälfte an, schob Schuld und Lasten hin und her, wollte doch eigentlich nur raus und fort; sie wollte gar nicht mehr. Sie erkannte sich selbst nicht mehr und ihr wurde das Herz so schwer, nie hatte sie diese Hälfte so verletzt und sich selbst damit gleich in einen unmöglich verbauten Ausweg gesetzt. Keine Flucht war mehr zu denken, kein Entkommen aus diesen Wänden und Gelenken. Wie gefangen sass sie da, tränenüberströmt und arm, klein und zu tiefst betroffen, flüchtete sich in Träume, die sich real anfühlten und fing irgendwohin an zu hoffen, dass dies einmal ein Ende haben würde – nahm aber doch nicht den Mut, überwand nicht diese überflüssige und aufgebürdete Hürde. Sie sagte sich selbst, dass würde er ihr nie verzeihen, denn ihre Worte waren nicht alle wahr und gar und ach auch nicht so schlimm, doch der Eine drehte alles so, wie er es für sich Nutzen machte, alles in seinem Sinn. Früher, dachte sie, sagte einmal eine Frau zu mir „Du bist ein schönes Kind, und nicht dein Haar und deine Augen, nicht die Hüften oder deine Lippen sind hiermit gemeint; nein, du bist ein schöner Mensch, denn von innen her strahlt da ein ganz besonderer Schein“. Und sie dachte daran und fühlte diese Worte, die sie erst heute verstand – als sie nicht mehr schön war, kein schöner Mensch hätte je so gesprochen und geschrien und es wunderte sie nicht, wurde ihr nicht verziehn. Seither versucht sie, ihre Schönheit wieder zu finden; das innere Strahlen zurück zu gewinnen, und Worte fallen ihr so schwer, wie immer schon; das ist die ganze Wahrheit und ein einziger Hohn. Der Eine nutzte das aus und provozierte das Geschrei, dass der anderen Hälfte so zusetzte, damit sie sie und sich selbst damit dermassen verletzte, dass sie nicht mehr gehen konnte – denn er machte ihr wissen, dass sie nur ihn hatte und niemand anderen. Und sie verharrte und erstarrte, sie versuchte nichts und blieb stumm stehen und wusste klar: Wohin sollte ich auch gehen? Niemand würde mich verstehen, niemand wird mir je verzeihen. Also muss ich mich fügen und in mein nun gewähltes Schicksal einreihen. Er machte sie sich massgeschneidert, wie einen Anzug, und sie trug ihre Maske, die sie erdrückend fand und abgrundtief hasste. Wie konnte einer, der die wahre Schönheit in ihr erkannte, nur diese Maske lieben; wie konnte er zulassen, dass sich all die zahlreich und bunten Facetten in ihr zu einem Grau vertrieben? Jede Phantasie wich der Struktur und jedes Lachen quälte sie denn nur, sie wusste nicht einmal warum sie sich dem hingab, doch irgendwann führte alles nur noch bergab und weiter und weiter in die Scheisse rein, sie konnte nicht mehr zurück gehen und wusste nicht mehr, wie sie selbst zu sein.

290317

Traumtanz

Wenn die Wellen höher schlagen, als dein Herzschlag es erlaubt; wenn die Gefühle sich übertragen, durch alle Zeit und Raum; wenn die Entfernung sich von dir entfernt und langsam aber sicher aus irrem Zufall und ohne Grund dein Herz dir wärmt – dann solltest du verstehen, dass es ein kleiner Traum ist in dem du beginnst dich langsam zu drehen. Und alle Worte fallen dir so leicht, die Sprache ist ganz gleich, und auch der Ausdruck ist ganz egal – du findest wieder zu deinem Herzen zurück, so leicht und ohne jede Qual. Du springst mitten hinein und du merkst es nicht, du drehst dich immer schneller und aus Bewegung und Licht und Schatten – mitten in diesem Wirrwarr von Denken und Fühlen, ersiehst du plötzlich und unscheinbar dieses wunderschöne Gesicht und es strahlt dich an und es lächelt, ehrlich, es lächelt, behutsam und die Augen leuchten mit Wahrheit erfüllt und du hast nur gewünscht und gehofft, irgendwo in dir drin auch gewusst, dass du es irgendwann fühlst und siehst und dass es diesen Menschen geben muss. Du spürst, wie sich deine Mundwinkel etwas heben, immer bei diesem Gedanken daran. Du spürst, wie die Röte dir ins Gesicht geht, mit jeder Silbe, jedem Wort. Und du träumst dich dorthin, du wünschst dich einfach ein Stückchen näher, eine Minute schneller, an diesen dir unbekannten und unverhofften Ort. Deine Phantasie lässt ihn auferstehen, diesen Traum, du siehst und spürst und verwachst schon kaum noch und gehst einfach weiter und lässt dich treiben, heiter und vergnügt, bis der Traum dich fasst und mitzieht und die Ebenen wechselt; sodass es dir schwer wird im Gemüt. Du verwachst und wachst doch nicht auf, du hoffst und gibst auch schon auf, bevor begonnen hat, was noch nicht war, und du fühlst mit einer Klarheit und kennst ja doch die bittersüsse Wahrheit vom Wegsein und vom Vermissen schon. Trotzdem tanzt du diesen Traum, denn wer sollte es dir verbieten, wer kann es dir vermiesen, das Schöne und Süsse so zu vermissen, mit deiner überschwänglichen Leidenschaft, hast du dich in diese unsagbare Gefahr gebracht, dich zu verlieben, was du nur durch Worte kennst – mit der vornweg geschriebenen Warnung, dass du dich vielleicht verrennst. Und doch und ach und sowieso, was macht es schon, macht es dich froh. Wohin sollt der Weg auch führen, tausend Bilder, immer diese Augen, die dir deinen Atem rauben und ein Lächeln, das vor Frohsinn nur so strotzt; kein Wunder, dass du aller Vernunft hier trotzt. Du vermisst eine Wärme, die du noch nie spürtest und trägst es mit dir, wie ein tolles Geheimnis, das du mit Sorgfalt hütest. Und keiner kann es dir nehmen, du hörst dich nicht auf zu drehen, du siehst es verschwommen, aber stetig weiter auf dich zukommen und kannst es kaum erwarten, raubt die Faszination dir fast den Atem; lässt dich treiben und lässt dich gehen, kannst das Glück schon in weiter Ferne sehen und du führst ihn weiter, tanzt deinen Traum, lässt dich führen, ohne Zeit und Raum; nur von diesem Lächeln, was er dir schenkt, als hätte ihn dein Herz gelenkt.

260317 

 

Scheinbar

Es macht keinen Unterschied. Die silberne Münze bleibt immer dieselbe, auch wenn das Licht anders darauf zu fallen droht. Immer strahlt sie das zurück, was auf sie scheint und trennt dann das, was sie einst vereint.

Es ist immer das Gleiche, nur mit einem anderen Schein. Ein anderer Lichtkegel auf einer anderen Oberfläche, von oben oder von unten. Was spielt es für eine Rolle?

Es macht keinen Unterschied. Das Böse und Gute, man hält es sich zu Gute und am Ende eines jeden Lichtes folgt der grobe Schatten eines Bösewichtes.

Oder klar gesagt, es könnt schon sein, dass mein Fehler der ist und das wird er immer sein. Er gehört immer mir und er ist unendlich schwer, er zieht mich herunter und frage mich, was will er mehr? Noch mehr der Untergegebenheit? Noch mehr mein Leben? Noch mehr Leid? Der Fehler, er liegt wohl immer bei mir, egal wie ich es drehe und wie ich es wende – die Tugend nimmst du gern in deine Hände, lässt sie durch nichts beflecken, kannst ja das Mühselige, das Schlechte, ja jeden Fehler in meine Schuhe stecken.

Und mit der Angst nimmst du die Macht, sprichst vom Ende, von ewiger Nacht, durch all die Fehler und Verhalten, die über meine schlimme Seele walten. Da fällt das Sprechen durchaus schwer, mit der Drohung dann, du wärest bald nicht mehr.

Es ist immer das Gleiche, und es ist immer nur Schein. Verwoben in ein Labyrinth aus Mauern und Stacheln und tief verborgen vielleicht auch das echte Sein.

020216