Als ich ging

Als ich ging, warst Du der Grund. Und als ich ging, hielt ich den Mund; wusste kaum mehr was zu sagen, kannte all die Ausflüchte, Umschweife, Fragen.

Was hätte es gebracht? Als du es merktest, hast du es nicht geändert; du hast mich nicht zurückgeholt, mit aller Macht. Und da wärst du der Einzige gewesen, dem diese Macht oblag –

Ich habs noch heimlich für mich gedacht, auch an dem allerdunkelsten Tag; ich hab gehofft, du holst mich raus, du hältst unser Versprechen – bevor einer Ja sagt, wird der andere das Schweigen endlich brechen.

Und ich stand dort draussen, und ich wartete noch einen Moment. Und noch kurz. Und wo bist du nur? Doch du warst nicht da. Für mich war es endgültig, es war mir klar, ich wusste: nun ist es vorbei und ich sage Ja.

Mein Blick war reich der Worte, wie du sehen kannst; mein Lächeln nicht echt, meine Gedanken woanders; es ging mir weder gut noch schlecht. Wie alle um mich herum bemerkten, schon danach, dass ich über diesen Tag entgegen der Erwartungen überhaupt nicht gerne sprach.

Wenn andere darüber flanierten und mit tausend lobenden Worten diese Farce nachträglich weiterzelebrierten, fand ich mich immer still daneben; brachte es mich in die Erkenntnis und leidliche Geschichte – es legte sich wie ein Schatten über mein Leben.

Natürlich habe ich es so entschieden, natürlich hab ich es getan; ich dachte, ich würde irgendwann aufhören dich zu lieben und verrannte mich in einem neuen Wahn, hoffte, ich denke einfach nicht mehr dran.

Doch leider, doch so sehr ich es versuchte; das Ja lag auf mir, wie ein tonnenschwerer Fluche und ich geriet in schiere Panik, was ich da getan; wollte dich sooft um Hilfe bitten, schrieb so viele Zeilen und löschte sie doch dann.

Hätte ich sie bloss geschickt, einfach kurz auf „Senden“ gedrückt – vielleicht hättest du mich gehört, vielleicht hätte es dich erfreut und nicht gestört; vielleicht ja wäre alles anders als es ist.

Doch die Dinge liefen, weil sie so laufen mussten; es hat alles seinen Sinn und ich hoffe, wir finden einfach einen Weg zurück dorthin, wo wir einst waren, vor all den vielen und vergeudeten Jahren.

Es ist schon ein verblasster Traum, ich weiss noch, wir standen dort, in diesem dunklen Raum; als du mir sagtest und du weisst es noch; vielleicht ists die ganze Zeit die Falsche doch und die Richtige stünde ja vor dir – ich sehe es, genau vor mir.

Geglaubt habe ich es dir nie so ganz, irgendwie haben wir nie funktioniert und uns nie die Chance dazu gegeben; aber eines weiss ich ganz gewiss, ich lass dich nicht nochmal aus meinem Leben.

Danke. Für alles.

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